HbA1c bei Typ II Diabetes. Ist alles doch ganz anders?
Eine Studie untersuchte den Wert einer intensiven langfristigen Blutzuckersenkung mit dem Ziel von (Hb) A1c-Wert unter 6%, der dem von Gesunden entspricht. US-Leitlinien empfehlen derzeit einen HbA1C -Wert von unter 7%. Unter der derzeitigen Standardtherapie haben die meisten Typ-II-Diabetetiker nur Hb A1c -Werte zwischen 7% bis 8%.Die US-Behörden haben einen Therapie-Arm der ACCORD-Studie vorzeitig gestoppt. Der Versuch, das Hämoglobin A1c auf Werte von gesunden Menschen zu senken, hatte zu einem deutlichen Anstieg der Todesfälle geführt. Die Gründe sind nicht klar. Einen Zusammenhang mit dem umstrittenen Medikament Avandia® scheint es aber nicht zu geben.
Über die Gründe wird in den nächsten Wochen und Monaten viel gerätselt werden. Den nahe liegenden Verdacht, dass die aggressive HbA1c-Korrektur zu gehäuften Hypoglykämien geführt hat, schloss das NHLBI in seiner Stellungnahme aus. Auch der Einsatz des umstrittenen oralen Antidiabetikums Avandia (Wirkstoff: Rosiglitazon) kommt nach den Ergebnissen einer speziellen Analyse nicht infrage. Die NHLBI-Experten sind zurzeit ratlos.Die American Diabetic Association erklärte, dass ihre Leitlinien derzeit keine aggressive Senkung auf einen HbA1c -Wert von sechs Prozent fordern, ja vielen Patienten sogar davon abraten würden. Die Fachgesellschaft befürchtet, dass die Ergebnisse der ACCORD-Studie die „Moral“ der Typ-II-Diabetiker untergraben könnte, deren Therapieadhärenz häufig prekär ist. Die US-Diabetologen betonen deshalb, dass die medizinische Evidenz eines HbA1c -Ziels von sieben Prozent durch Studien wie den Diabetes Control and Complications Trial (DCCT, allerdings bei Typ-I-Diabetes mellitus) und die U.K. Prospective Diabetes Study (UKPDS) gesichert seien.
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